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Häufige Fragen

Gesundheit Laktat Stufentest Leistungsdiagnostik

Wieso ist Sport eigentlich gesund?

Die Antwort liegt in der Entwicklung unserer zunehmend technisierten Gesellschaft: es wird angenommen, dass sich ein normaler Büromensch ohne Alltagsaktivitäten nur noch 400-700 Meter am Tag bewegt (ROST, 2005). So hat sich der Bewegungsmangel als eigenständiger Risikofaktor für die sog. Zivilisationskrankheiten entwickelt.

Umgekehrt kommt der Bewegung eine wichtige Rolle als Schutzfaktor zu. Bei regelmäßiger Bewegung (3 - 4 Mal pro Woche) in der richtigen Intensität, kommt es u. a. zu folgenden positiven Veränderungen:

  • Das Herz arbeitet ökonomischer, d. h. mit einem Herzschlag wird mehr Blut in die Blutgefäße gepumpt, so dass das Herz in Ruhe und unter Belastung weniger schlagen muss.
  • Die Blutgefäße bleiben elastischer und das Risiko einer Gefäßeinengung (Arteriosklerose) oder eines Verschlusses (Thrombose) sinkt.
  • Der tägliche Kalorienverbrauch steigt durch die zusätzliche körperliche Aktivität, ebenso in Ruhe, da Muskelmasse auf- und Fettgewebe abgebaut wird (Muskeln verbrennen mehr Kalorien als Fettgewebe).
  • Ein evtl. Übergewicht wird abgebaut, was eine Senkung des Blutdrucks zur Folge haben kann (bis zu 30/20 mmHg bei 10 kg Gewichtsverlust).
  • Das Immunsystem wird gestärkt, wodurch die Infektanfälligkeit deutlich sinkt.
  • Stresshormone werden abgebaut, das psychische Wohlbefinden steigt.

Bei allem gesundheitlichen Nutzen sollte der Spaß an der Bewegung an erster Stelle stehen!!




Was ist Laktat und wann entsteht es?

Laktat ("Milchsäure") entsteht immer dann vermehrt im Körper, wenn die benötigte Energie nicht mehr komplett aerob (mit Sauerstoff) bereitgestellt werden kann.

Der aerobe Stoffwechsel findet in den Mitochondrien (Kraftwerke der Zellen) statt. Man kann sie mit vielen,  kleinen Kaminöfen vergleichen, die in der Muskulatur liegen. Nur verbrennen sie kein Holz, sondern Zucker und Fette. Die Energie, die gewonnen wird, kann z. Bsp. für einen langen, aber langsamen Lauf genutzt werden.

Wird die Intensität höher (der Lauf geht über in einen Sprint), so muss eine weitere Energiegewinnung hinzu gezogen werden: der sog. anaerobe Stoffwechsel (ohne Sauerstoff). Der Muskel ist in der Lage den Zucker so aufzuspalten, dass eine hohe Energiemenge schnell zur Verfügung steht. Allerdings entsteht als Zwischenprodukt Laktat, so dass diese intensive Belastung nicht lange durchgehalten werden kann. Der Muskel übersäuert.

Durch ein Training in der richtigen Intensität wird die Kapazität der aeroben Energiebereitstellung vergrößert (d. h. Anzahl und Größe der "Kaminöfen" nehmen zu). Bei gleicher Herzfrequenz ist so auf Dauer eine immer größere Leistung möglich. Zur Feststellung dieser Trainingsintensität dient eine Laktat-Leistungsdiagnostik.




Warum ist es sinnvoll eine Laktat-Leistungsdiagnostik (bzw. einen Laktat-Stufentest) durchzuführen?

In 80 % der von uns durchgeführten Leistungsdiagnostiken zeigte sich, dass das eigenständige Training in einer viel zu hohen Intensität durchgeführt wurde. So kommt es irgendwann zu einer Leistungs-Stagnation oder gar zu einer Verschlechterung. Basierend auf den Ergebnissen eines Laktat-Tests können bereits in 8 bis 12 Wochen enorme Leistungssteigerungen erzielt werden.

Der Laktat-Stufentest sollte möglichst sportartspezifisch durchgeführt werden (Läufer auf dem Laufband, Radfahrer auf dem Fahrradergometer, usw.) Angefangen bei einer geringen Leistung wird die Intensität je nach Testschema alle 3 bzw. 5 Minuten gesteigert. Gegen Ende jeder Belastungsstufe werden die Herzfrequenz und der Blutlaktatwert (1 Tropfen Blut aus dem Ohrläppchen) erfasst. Der Test endet bei körperlicher Ausbelastung bzw. vorzeitig bei Beschwerden.

Ein erfahrener Leistungsdiagnostiker kann aus den Testergebnissen folgende Rückschlüsse ziehen:

  • Einschätzung des aktuellen Leistungsfähigkeit
  • War die Trainingsintensität bisher zu hoch/gering?
  • Wettkampfprognosen (z. Bsp. Vorhersage einer Marathonzeit)
  • Empfehlung des optimalen Trainingsbereichs (Herzfrequenz, Geschwindigkeit bzw. Watt-Leistung) - auch zur Gewichtsreduktion
  • (bei Testwiederholung) Leistungsverbesserungen/Trainingsanpassungen